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9. Die Grifflängenmesstechnik
Wenn Sie eine Kunststoffrute betrachten, fallen ihnen mehrere Markierungen auf, die mit farbigen Klebeband versehen sind. Solche Geräte dürfen Sie als "Antenne" des Wünschelrutengängers verstehen. Sie werden zur Grobmessung der Wellenlängen von Erdstrahlen eingesetzt. Wenn schon elektromagnetische Felder, wenn schon Mikrowellen, dann müssen sie auch jeweils eine bestimmte Wellenlänge haben. Daran führt kein Weg vorbei.
So hat denn der Diplomphysiker Reinhard Schneider eine Grifflängenmethode als Messinstrumentarium begründet.
Die Lecherantenne - eine Wünschelrute mit Feinabstimmung.
Reinhard Schneider ging noch einen Schritt weiter, nachdem er die Grifflängentechnik begründet hatte. 1951 entwickelte er die sogenannte Lecher-Antenne.
Im Prinzip handelt es sich dabei um ca. 20 cm lange elektrische Leiter, die parallel geführt und auf einer Kunststoffplatine aufgedruckt sind.
Ein Kurzschlussschieber erlaubt die Einstellung jeweils des vierten Teil einer Wellenlänge.
Tausenden von Wünschelrutengängern haben schon mit der Lecher-Antenne gearbeitet und den Vorteil der Reproduzierbarkeit als Bestätigung ihrer Fähigkeiten erkannt. Wenn nämlich verschiedene Rutengänger die gleiche Wellenlänge auf ihren Lecher-Antennen einstellen, müssen sie auch an der gleichen Stelle eines zu untersuchenden Phänomens einen Reaktionsausschlag verspüren.
Eindrucksvoll kann die Funktionstechnik der Lecher-Antenne im Empfangsbereich eines Mikrowellensenders demontiert werden. Es sollte sich um einen abstimmbaren Sender handeln. Wird eine Wellenlänge entsprechend der Resonanzwellenlänge der Lecher-Antenne festgelegt, kann der Rutengänger einen Rutenausschlag verspüren.
Der österreichische Physiker E. Lecher (1856 - 1926) hat das nach ihm genannte Lecher-Sytem erfunden. Die beiden parallelen Drähte sind ein technisch einfaches Leitungssystem der Höchstfrequenztechnik, mit dem Wellenlängen gemessen werden können. Außerdem sind sie ein Schwingkreis. Treffen nun Erdstrahlen auf diesen Schwingkreis, wirkt das Ende der parallelen Drähte wie ein Reflektor, und entlang der Drahtleiter werden "stehende" Wellen induziert. Ihre Länge ist messbar, weil der simple Kurzschlussschieber ein beliebiges Verlängern oder Verkürzen gestattet.